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-Das Leben-
 

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Leben

Gibt es heute noch Menschen, die freiwillig rausgehen? Weg von der Sicherheit eines Daches über dem Kopf? Weg von Konsolen und Computern? Jugendliche, die die Natur genießen wollen ohne andere Gedanken? Statt auszugehen mal rauszugehen, fällt das jemandem noch selbstständig ein? Ohne Pfadfindergruppen und Eltern die einen zwingen, ohne einen Freund, der einen mitzieht? Kann so etwas Spaß machen? Kein Wort gesprochen, niemand zum Reden, kein Handy, kein Facebook, nur der Wind und die Blätter und ich. Ein atemberaubendes Gefühl. "Mit wem kann man das teilen? Hast du Bilder gemacht, die du posten kannst? Bist du ein Mof oder was ist mit dir los? Wer geht schon freiwillig allein wohin, wo man unsicher sein könnte, vielleicht allein, vielleicht einsam?" Das sind berechtigte Fragen. Meine Antwort: ich weiß es nicht. Ich höre nur die Stimme in mir, die mich die Hügel hinaufzieht, die mich ruft, das Rascheln der Blätter am Waldrand und der tosende Wind, der über die Weinberge fegt. Ich habe keinen Plan, keine Karte, keine Richtlinien, hab nur Augen für die Sonne, ihr funkeln, das der Umgebung mehr Lebendigkeit verleiht als ich es mir in meinen verrücktesten Träumen vorstellen könnte. Aussichten, an denen die meisten vielleicht vorbeieilen, sie wollen weiter, wollen ins Warme, ihr Ziel erreichen, verpassen dabei all die kleinen Winkel und diesen einzigartigen Blick auf die Welt. "Was macht das schon aus?", höre ich meine von der heutigen Leistungsgesellschaft geprägten Gedanken spotten. Meine Antwort: ich weiß es nicht. Ich spüre nur diese Ruhe, dieses Gefühl, Teil von etwas größerem, etwas zu sein, das über das Leben hinausgeht. Ich bin nicht wirklich religiös, bin zwar getauft und konfirmirt, aber eher gläubig in einem anderen Sinne. Ich habe kaum 1 Buch der Bibel gelesen und es macht mir nichts aus, ich gehe nicht in die Kirche um zu beten. Jetzt wo ich hier sitze, auf meiner kleinen, kaputten, verwitterten Bank fühle ich mich Gott, oder wie auch immer man ihn nennen mag, näher als jemals zuvor. Ich bin frei von Grenzen, frei von Einschränkungen und Vorschriften, ich schreie ich nicht gegen irgendetwas an, renne nicht, bin einfach nur still, muss gegen niemanden ankämpfen, kann einfach nur sein. Da sein, am Leben sein, glücklich sein. Ich sein. Ein Traum in der Realität, eine Wirklichkeit, die nur diesen Moment kennt, Farben, Formen, kleine Gedanken, Empfindungen - Leben in seiner ursprünglichsten und reinsten Form. Das ist es, was mich ruft: Leben.

15.11.15 17:01

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